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Adventsbesinnung für daheim

Reine Handarbeit

Wir alle stricken unser Leben, jeden Tag ein Stück weiter.
Die einen stricken liebevoll und sorgsam, man merkt,
welche Freude es ihnen bereitet,
ihr „Lebenswerk“ zu gestalten.
Die andern stricken mühevoll und ungern,
man merkt, welche Kraft und Arbeit es sie kostet,
„Leben“ jeden Tag neu aufzunehmen.
Manche wählen ein kompliziertes Muster,
andere ein ganz schlichtes.

Oft ist es ein buntes Maschenwerk
Oder aber ein Stück in tristen Farben.
Nicht immer können wir die Farben selber wählen,
und auch die Qualität der Wolle wechselt,
mal weiß und flauschig weich, mal grau und kratzig,
und öfter lässt man eine Masche fallen
oder sie fällt ohne dein Zutun …
und zurück bleiben Löcher
und ein unvollständiges Muster.
Manchmal reißt der Faden,
und es hilft nur ein dicker Knoten.

Wenn wir unser Leben betrachten,
wissen wir genau, welche Stellen es sind.
Und oft geschieht es, dass einer
Sein Strickzeug in die Ecke wirft.

Es wird für uns Menschen ein ewiges
Geheimnis bleiben, wieviel Lebensfaden
uns noch zu verstricken bleibt.
Du hast alle Nadeln in deiner Hand,
du kannst das Muster wechseln,
die Technik und das Werkzeug.

Nur aufribbeln kannst du nichts,
auch nicht ein kleines, winziges Stück.

Christina Allert-Wybranietzt


Jeden Abend, an dem wir ins Bett gehen,
haben wir keine Gewissheit, am nächsten Tag
lebendig aufzuwachen, aber trotzdem
stellen wir uns für Morgen einen Wecker.
Das ist Hoffnung!

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